Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“. (Joh 14,2)

Dieses Wort Jesu kurz vor seinem Abschied gibt mir Trost und Halt. Ich war 12 Jahre alt, als der Tag des ersten großen Umzugs kam. Von jetzt auf gleich sind wir von zu Hause aus meinem bergenden Heimatdorf weggegangen. Die Möbel wurden weggebracht. Die Koffer wurden eingepackt.
Ich weiß noch, wie ich mich mit Tränen in den Augen am Geländer festgehalten habe. Ein letzter Blick… Die Autotür ging zu… und weg. Für immer. Eine Schmerzhafte Erfahrung.

Jesus, der während seiner öffentlichen Zeit kein Haus und keine Bleibe besaß, wurde von den Jüngern gefragt: „Meister, wo wohnst Du?“ Und er lud sie ein: „Kommt und seht“.

Was haben die Freunde miteinander alles erlebt… Immer wieder schimmerte in Jesus dieses besondere Licht auf.  Sie spürten, in Jesus sind sie dem Himmel nahe. Und jetzt: Müssten sie wie Waise allein zurückbleiben…? Die Jünger mussten ganz schön verwirrt sein, als Jesus ihnen beim Letzten Abendmahl klarmachte, dass seine letzte Stunde gekommen sei und er weggehen würde. An wen sollten sie sich nun halten? Ein Gefühl der Unsicherheit.

Ich muss an dieser Stelle auch an viele ältere Menschen, die sich gerade jetzt in Seniorenhäusern mit ihrem Abschied auseinandersetzen und vielleicht einsam fühlen. Angesichts unserer Vergänglichkeit steigt die Frage auf: Wer ist unser letzter Halt?

Unmittelbar vor seinem Abschied sagt Jesus:

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.

Glaubt an Gott und glaubt an mich.

Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.

Wenn es nicht so wäre,   

hätte ich euch dann gesagt:   

Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

Wenn ich gegangen bin  

und einen Platz für euch vorbereitet habe,  

komme ich wieder und werde euch zu mir holen,   

damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ (Joh 14,2-3)

Puh. Dieses Wort lässt doch aufatmen. Der Glaube gibt mir Heimat. Ich fühle mich geborgen im tiefsten meines Herzens, wenn ich weiß:

Da gibt es einen Vater, der auf mich wartet und mich jetzt schon ruft. Ich darf mich von seinem Sohn freundschaftlich bei der Hand nehmen lassen, um seinen Weg zu gehen und einmal endgültig zu Hause anzukommen.

Ihr Mitbewohner Markus Grabowski


Wussten Sie schon, dass …

… wir in diesen Tagen mit dem ÜPE-Team, den Gremienleitenden und den Sekretärinnen in einen Denkprozess einsteigen, wie wir demnächst unter Coronabedingungen Gottesdienste feiern, die Kommunionvorbereitungen wieder aufnehmen und uns in den Pfarrheimen versammeln können? Unsere Bistumsleitung wird voraussichtlich in den kommenden Tagen neue Regelungen rausgeben.

… Bischof Heiner uns insbesondere im Monat Mai täglich um 18.00 Uhr während des Glockengeläuts zum Gebet „Engel des Herrn“ einlädt?